Schwerkrank und doch zu Hause?

 

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) hilft

 

Zu Hause ist es einfach am schönsten – besonders wenn man sich schlecht fühlt und am allermeisten, wenn man das Gefühl hat, es geht nichts mehr weiter. Für schwerstkranke und sterbende Patienten gibt es in Rosenheim und Umgebung seit einigen Monaten die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV genannt, die genau diesen Patienten ermöglicht, in ihrer größten Not bei ihren Liebsten daheim zu sein und nicht in einer fremden Klinik. Ein Team von erfahrenen Fachleuten, Ärzten, Krankenschwestern und vielen weiteren Begleitpersonen macht dies für jeden Patienten möglich, denn die Kosten übernehmen komplett die Kassen. Ein Team aus palliativmedizinisch speziell ausgebildeten Fachleuten (Ärzten, Palliativpflegekräften, Sozialdienst, Seelsorge) macht dies, nach Verordnung durch die betreuenden Ärzte, möglich.
Und das funktioniert so: Der betreuende Haus-/Facharzt besucht weiterhin seinen Patienten und rechnet seinen Hausbesuch auch wie bisher ab. Ist der Patient unheilbar erkrankt, so kann der Hausarzt, der Facharzt oder der entlassende Klinikarzt das SAPV-Team hinzurufen. Erst dann nimmt das SAPV-Team seine Arbeit in Absprache mit dem Patienten auf.
Dieses Team unter der Leitung von Jörg Eberhardt, DEAA (Leitender Palliativarzt), und Dr. med. Hans-Hermann Nägelein wird den Patienten zwar nicht heilen können, aber es kann ihm helfen, seine Krankheit besser in den Griff zu bekommen. Leiden unter Schmerzen, Übelkeit, Atemnot, Unruhe, Panikattacken, extremen Wundverhältnissen, das alles muss nicht sein - auch nicht, wenn man schwer krank ist.
Der Patient kann sich zu Hause oder auch im Heim stets darauf verlassen, dass sich die SAPV als Spezialteam dafür einsetzt, seine Leiden möglichst zu lindern. Neben der Versorgung durch den betreuenden Haus-/Facharzt und dem ambulanten oder stationären Pflegeteam ist das SAPV-Spezialteam, bestehend aus über zehn Palliativärzten und über zehn Palliativpflegekräften, einer Sozialarbeiterin, zwei Psychotherapeutinnen, einem Seelsorger mit Palliativerfahrung rund um die Uhr ergänzend abrufbar.
Allein dadurch, dass der Patient in diesen schweren Stunden in vertrauter Umgebung sein darf, verbessern sich bei ihm oftmals der Appetit, die Grundstimmung, seine sozialen Bindungen (psychosoziale Betreuung) und seine Kraft nimmt wieder zu.
Die SAPV bleibt - in Absprache mit dem Haus-/ Facharzt - solange vor ORT, wie notwendig!
Ärzte im SAPV-Team
Zu den betreuenden Ärzten gehören zusätzlich: Dr. med. Monika Bolland, Dr. med. Sylvia Ruhenstroth-Bauer, Dr. med. Raimund Arnold, PD Dr. med. Rudolf Pihusch, Dr.med. Guido Pfeiffer, Dr. med. Gabriele Herkt, Dr. med. Ruth Pauli, Dr. Ulrike Schormair und Jan Hütz. Die leitenden Palliativpflegekräfte sind Frau Annemie Fleckenstein und Anke Gfäller. Weitere Pflegekräfte arbeiten hauptamtlich in Palliativstationen bzw. in anderen Stationen der Kliniken des Landkreises Rosenheim und nebenberuflich bei der SAPV Rosenheim.
Gegründet wurde die Jakobus SAPV als gemeinnützige GmbH am 7.Juli 2011. Träger ist der Jakobus-Hospizverein e.V. in Stadt und Landkreis Rosenheim.

Um ein Team und alle daran hängenden Organisationsstrukturen von Null an aufzubauen, bedarf es anfangs kräftiger finanzieller Unterstützung. Die Arbeit der SAPV wird zwar von den Krankenkassen mit einer Fallpauschale abgerechnet damit arbeitet das SAPV-Team jedoch in der Aufbauphase nicht kostendeckend. Dies wird erst ab einer Patientenversorgung von 200 bis 300 Patienten pro Jahr (frühestens ab 2012/2013) möglich sein. Deshalb freut sich das SAPV-Team über die tatkräftige finanzielle Unterstützung durch den Jakobus Hospizverein.

Zusätzlich wurde bisher die Aufbauphase durch eine Zuwendung von 30.000,- € durch die Paula-Kubitschek-Vogel-Stiftung (München) gefördert. Eine weitere Zusage besteht seitens der Sparkassenstiftung „Zukunft für die Stadt und für den Landkreis Rosenheim“.
Dennoch sind darüberhinaus Spenden dringend notwendig, um das Projekt auf sichere Füsse zu stellen.

Durch Spenden auf das Konto des Jakobus Hospizverein e.V. für Stadt und Landkreis Rosenheim fördern Sie die SAPV: Konto Nr.:  22095; Bankleitzahl: 71150000; Bank:  Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling Stichwort „SAPV Rosenheim".

Petra Maier (Redaktion) echo - Nr. 2 - 33.Jahrgang

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